FÜR EIN SOZIALES GRAUBÜNDEN
Wir leben in einer Zeit grosser Unsicherheiten. Die Klimakrise bedroht unsere Lebensgrundlagen. Autoritäre Regime und rechtsextreme Bewegungen greifen demokratische Werte an. Die soziale Ungleichheit wächst. Der demografische Wandel und die Abwanderung fordern uns in Graubünden besonders heraus. Darauf braucht es klare, solidarische Antworten: Mehr Demokratie, mehr Gerechtigkeit und einen stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade in solchen Zeiten braucht es mehr Sozialdemokratie.
Die SP Graubünden hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir unseren Kanton verändern können. Dank unserem Engagement gibt es heute in allen Talschaften Kinderbetreuung, eine im schweizweiten Vergleich vorbildliche Prämienverbilligung und ein höheres Kulturbudget. Mit dem von uns angestossenen Green Deal werden bedeutende Investitionen in klimafreundliche Gebäude und erneuerbare Energien ermöglicht. Wir haben mit dem neuen Proporzwahlsystem und Direktübertragungen aus dem Parlament die Demokratie und die Transparenz gestärkt. Wir haben uns erfolgreich für mehr Stipendien, mehr Schutz vor häuslicher Gewalt oder höhere Löhne für Lehrpersonen eingesetzt. Diese Errungenschaften sind ein Beweis: Wenn wir uns einsetzen, gestalten wir Graubünden zum Besseren.
Auf diesen Erfolgen bauen wir auf. Für die kantonalen Wahlen 2026 stellen wir uns den Herausforderungen der Zukunft – mit klaren Werten und konkreten Lösungen. Wir kämpfen für ein soziales Graubünden.
Die Wohnkosten steigen rasant, und viele Familien, junge wie ältere Einwohner:innen geraten unter Druck. Es droht die Abwanderung ganzer Generationen. Wir aber wollen, dass alle Bündner:innen in ihren Gemeinden heimisch bleiben können – zu fairen Mieten.
Wir fordern deshalb einen kantonalen Wohnraumfonds mit einem Startkapital von mindestens 100 Millionen Franken, um gemeinnützige Wohnbauträger zu unterstützen. Erstwohnungen müssen vor Spekulation und Zweitwohnungsdruck geschützt werden. Kanton und Gemeinden sollen aktiv Land erwerben, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
Vernetzte Gesundheits- und Sozialdienste stellen eine lückenlose, effiziente und bedarfsgerechte Unterstützung sicher. Sie sorgen dafür, dass kein Mensch im komplexen Gesundheitssystem allein gelassen wird. Der psychischen Gesundheit müssen wir mehr Aufmerksamkeit schenken. Wir setzen uns deshalb ein für den Ausbau von Therapieplätzen, Präventionsangeboten und niederschwelligen Anlaufstellen. Das verkürzt Wartezeiten und verbessert den Zugang.
Pflegende Angehörige leisten unverzichtbare Arbeit. Sie verdienen Anerkennung, finanzielle Entlastung und gezielte Unterstützung. Gleichzeitig muss der Kanton Innovation und Prävention fördern – etwa durch Telemedizin, Case Management und altersgerechte Gesundheitsprogramme.
Eine sichere Gesundheitsversorgung braucht motivierte Fachkräfte. Deshalb fordern wir starke Aus- und Weiterbildungen, faire Arbeitsbedingungen und Gesamtarbeitsverträge im Gesundheitswesen.
Graubünden steht an der Front der Klimakrise: Gletscher schmelzen, Permafrost taut, und Unwetter werden heftiger. Als Alpenkanton tragen wir besondere Verantwortung. Klimaschutz bedeutet nicht nur ökologisches Handeln, sondern auch wirtschaftliche Chancen und soziale Sicherheit.
Es braucht eine konsequente Umsetzung des Green Deal für Graubünden. Darüber hinaus soll sich Graubünden als vorbildlicher und stark betroffener Kanton gemeinsam mit anderen Kantonen beim Bund für verstärkten Klimaschutz einsetzen. Wir dürfen uns nicht auf den klimapolitischen Erfolgen ausruhen, sondern wir müssen uns weiterhin aktiv für ein Graubünden, das bis 2040 klimaneutral ist, einsetzen. Dazu gehört der massive Ausbau von Solarenergie und Nahwärmenetzen, der Ausstieg aus fossilen Heizungen und klimafreundliches Bauen. Der öffentliche Verkehr muss für alle zugänglich und langfristig kostenfrei sein – mit dichten Fahrplänen und On-Demand-Angeboten auch in allen Regionen.
Graubünden braucht einen nachhaltigen Tourismus, der ganzjährig funktioniert und unsere Landschaften schont und Arbeitsplätze sichert. Wir unterstützen die Landwirtschaft auf ihrem Weg zur Klimaneutralität. Gleichzeitig schützen wir unsere Biodiversität, Wälder und Gewässer. Dabei zentral: Die Energiewende muss sozial gerecht finanziert werden. Klimaschutz darf niemanden überfordern.
Ein soziales Graubünden lässt niemanden zurück. Wir kämpfen gegen Armut, Diskriminierung und unfaire Löhne. Care-Arbeit muss anerkannt und gleiche Arbeit muss gleich bezahlt werden – deshalb setzen wir uns für Lohntransparenz und familienfreundliche Arbeitsbedingungen ein. Kinderzulagen und Ergänzungsleistungen sollen erhöht, und das Kita-Angebot muss ausgebaut und vergünstigt werden, damit Familie eine Chance statt ein Risiko ist.
Bildung ist ein Schlüssel zu Chancengleichheit. Wir kämpfen für eine starke Volksschule, die allen dieselben Chancen beim Start auf dem Bildungsweg ermöglicht. Insbesondere die frühe Förderung muss gestärkt und ausgebaut werden. Wir wollen ein faires Stipendienwesen ohne Alters- oder Aufenthaltslimiten und faire Bedingungen für Lernende und Studierende.
Die Errungenschaften in Sachen Gleichstellung, Inklusion und Feminismus verteidigen wir – und wir bauen sie aus. Es besteht dringender Handlungsbedarf beim Schutz vor Gewalt, Hass und Diskriminierung. Der Kanton muss alle Menschen vor Gewalt und Diskriminierung schützen, insbesondere queere Menschen. Dazu gehören der Ausbau von niederschwelligen Beratungs- und Schutzangeboten, die Erfassung und Bekämpfung von Hassverbrechen sowie gezielte Massnahmen gegen häusliche Gewalt und Menschenhandel.
Integration bedeutet für uns: Migration ist eine Chance für einen alternden Kanton. Wir schaffen Hürden ab und ermöglichen Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe für alle.
Armut bekämpfen heisst auch, präventiv zu handeln – besonders zugunsten von Kindern, Alleinerziehenden und älteren Menschen. Niemand soll in Graubünden in Not geraten, weil soziale Netze fehlen.
Graubünden ist einzigartig: dreisprachig, kulturell vielfältig und reich an demokratischer Tradition. Doch Demokratie und kulturelle Vielfalt müssen gepflegt werden. Wir setzen uns für das Stimmrecht für Niedergelassene, das Stimmrechtsalter 16 und mehr Transparenz bei der Parteienfinanzierung ein. Demokratie lebt vom Vertrauen der Bürger:innen – dafür braucht es Offenheit und Partizipation.
Unsere Mehrsprachigkeit ist ein Schatz. Die Minderheitssprachen müssen gestärkt, zweisprachiger Unterricht muss gefördert werden und die Kultur in allen Sprachregionen zugänglich gemacht werden. Kulturschaffende brauchen finanzielle Sicherheit und Freiraum, um unser kulturelles Erbe weiterzuentwickeln.
Eine vielfältige Medienlandschaft und unabhängiger Journalismus sind Grundlagen für eine lebendige Demokratie. Digitalisierung soll den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen erleichtern, ohne Menschen auszuschliessen oder den Datenschutz zu gefährden.
Ein geregeltes Verhältnis zu Europa bleibt für Graubünden als Grenzkanton enorm wichtig – wir setzen auf Zusammenarbeit statt Abschottung. Geradezu bedrohlich für Graubünden wäre die Annahme der SVP-Kündigungsinitiative, welche die Einwanderung beschränken und das Freizügigkeitsabkommen mit der EU aufkündigen will. Angesichts der demografischen Entwicklung unseres Kantons würde dieses extreme Vorhaben in vielen Talschaften die Sicherstellung der Grundversorgung wie auch die wirtschaftliche Tätigkeit ernsthaft gefährden – schlicht, weil die notwendigen Arbeitskräfte nicht mehr gefunden würden.